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Veranstalter-Informationen und Pressefotos
Musiker schlagen einen großen Spannungsbogen (Anzeiger 20.09.2011)
Mal meditativ, mal verspielt, mal ekstatisch: Martin Schumann und Sabine Angela Lauer spielten im Gutshof
Vielschichtig und spannend: Mit diesen Worten lässt sich das Konzertprogramm beschreiben, welches das Ensemble Tedesco am Sonntagnachmittag im Saal der Sozialtherapie auf dem Gut Adolphshof zu Gehör brachte. Zwischen Werke Bachs und Beethovens betteten die Musiker ein Cellokonzert von Schostakowitsch ein. Sabine Angela Lauer am Violoncello entlockte ihrem Instrument dabei geradezu ekstatische Klänge. Ihr Spiel voller Intensität stellte die Saiten des Instruments geradezu auf eine Zerreißprobe.
Zuvor war es ungleich ruhiger zugegangen. Die Sonate in G-Dur von Johann Sebastian Bach kam ruhig und meditativ daher. Zum Ausklang schuf die Sonate g-Moll von Ludwig van Beethoven dann wieder eine beschwingte Stimmung. Das Rondo allegro erinnerte dabei an tänzerische Motive, leichtfüßig und verspielt. Nach viel Beifall gab es natürlich noch eine Zugabe. Diese gestaltete das Ensemble Tedesco sehr gefühlsbetont und melancholisch mit einem Stück von Rachmaninow.
(Hämelerwald)
Susanne Hanke

Leidenschaftliches Zusammenspiel von seismograflscher Sensibilität (Cellesche Zeitung 11.05.2011)
Die Celler Fan-Gemeinde des „Ensemble Tedesco" wird von Konzert zu Konzert größer. Am Sonntag folgten auf Einladung des Künstlervereins Celle über einhundert Gäste im Beckmannsaal den Ausführungen dieses Ausnahme-Quartetts. Mit Ladislaus Kosak und Max Hilfenhaus (Violinen) sowie Franziska Bouterwek (Viola) und Sabine Lauer (Violoncello) haben sich vier Musiker zu einem akkurat eingespielten Team geformt, dessen Zusammenspiel von geradezu seismografischer Sensibilität ist. Wie der erste Schluck eines exzellenten Weines ließ schon das einleitende Allegro von Juan Crisostomo de Arriagas Es-Dur-Streichquartett die Klasse der vier in Hannover lebenden Klangzauberer erspüren. Bis ins Detail ausgefeilt und vor allem in Piano-Gefilden hoch differenziert formte das bestens eingespielte Ensemble mit expressiver Einmütigkeit die an Rossini erinnernden Klangbilder von der gewitterdurchzogenen Pastorale im Andantino bis zum opernhaften Presto-agitato-Finale.
Und auch in der weiteren Folge bestach das Quartett mit unverhohlener Leidenschaft: Ungemein authentisch und berührend ausgelotet gestaltete das Ensemble das relativ schwer eingängige e-Moll-Streichquartett von Gabriel Faure, ein Werk, dessen Stil nur wenige Monate vor dem Tod des ertaubten Komponisten blutleer scheint und frösteln lässt und doch - wie die Interpretation verriet - verdichtet bis zur Sprödigkeit von abstraktem Geist regiert ist. Die Interpreten gaben dem fröstelnden Spätwerk durchaus etwas Wärme, füllten die spröden Linien auch durchaus mit Klang, doch sie erlagen nicht der Versuchung, dem Werk den satten musikantischen Schwung des frühen Faure aufzupfropfen. Sie erfanden keine Schlusswirkung, sondern ließen den aushauchenden Kopfsatz für sich sprechen.
Expressive Bogenführung prägte das abschließende D-Dur-Streichquartett von Cesar Franck, dessen harmonische Besonderheiten schon auf die frühe Kammermusik Arnold Schönbergs hinweisen: Das Stück wirkt häufig verklärt und wie von ferne. Sein Klangteppich ist erhebend und verstörend zugleich. Im Larghetto hat man fast das Gefühl, der Komponist wolle mit den Zuhörern meditieren. Und auch diese Stimmung erfass-ten die Interpreten brillant. Ihr Spiel war kräftig, aber edel, stets sehr differenziert und scharf akzentuiert. Eine Delikatesse. (Celle)
Rolf-Dieter Diehl

Russische Grüße in der guten Stube (Osterholzer Anzeiger 02.03.2011)
„Ensemble Tedesco“ gibt Klassikkonzert auf Gut Sandbeck
Zahlreiche Liebhaber der klassischen Musik hatten sich am vergangenen Freitag in der Großen Scheune auf Gut Sandbeck eingefunden um das Streichensemble „Ensemble Tedesco“ und seine Grüße aus Russland zu genießen.
Das Streichquartett, bestehend aus Ladislaus Kosak (Violine), Max Hilfenhaus (Violine), Franziska Bouterwek (Viola) und Sabine Angela Lauer (Violoncello), überbrachte „Grüße aus Russland“.
Absolut gekonnt und konzentriert kam erst das Streichquartett h-moll op. 33 Nr.1 von Joseph Haydn zur Aufführung. Das zweite Werk, aus der Feder des Franzosen Gabriel Fauré, der erst im Alter von 80 Jahren sein einziges Streichquartett komponierte, bestach durch Romantik und moderne Klangformen.
Nach einer Pause ging das Programm mit dem „Slawischen Quartett“ Nr. 3 in G-Dur op. 26 von Alexander Glasunow weiter. Aus Volksweisen entstanden, zogen der Kasatschok und die Polka in die gute Stube ein. Beschlossen wurde der klassische Hörgenuss mit einer Zugabe aus Haydns Vogel-Quartett. (Osterholz-Scharmbeck)
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Klassik im Kammerton in der guten Stube (Weser Kurier 28.02.2011)
Das Ensemble Tedesco gab auf Gut Sandbeck ein beeindruckendes Themenkonzert
"Grüße aus Russland" überbrachte das Ensemble Tedesco in der Großen Scheune auf Gut Sandbeck. Das Themenkonzert enthielt Kompositionen von der Wiener Klassik bis zur französischen Spätromantik.
Am Beginn stand das erste der "russischen Streichquartette", die Joseph Haydn (1732-1809) dem russischen Großfürsten Paul 1787 in Wien gewidmet hat. In diesem "auf eine ganz neue besondere Art" komponierten Werk hat Haydn den Kopfsatz erstmals in der Form eines Sonatenhauptsatzes gestaltet und das Menuett durch ein Scherzo ersetzt.Die Quartett-Mitglieder - Ladislaus Kosak (Violine), Max Hilfenhaus (Violine), Franziska Bouterwek (Viola) und Sabina Angela Lauer (Violoncello) - sind ein eingespieltes Ensemble, das mit ausgefeilter Bogentechnik und leidenschaftlichem Spiel die sinnliche Klangschönheit der Stücke und ihre Farbigkeit herauszuarbeiten vermag. Kluge Phrasierungen und eine abgestimmte, nie übertriebene Dynamik verleihen ihrer Musik eine innere Spannung. Zu einem musikalischen Tabakkollegium gerat so das Andante in Haydns h-moll-Quartett, in dem sich die einzelnen Instrumente untereinander angeregt austauschen und jedes zugleich im Tabakrauch eigenen Gedanken nachhängen kann. In einem mitreißenden Stepptanz auf Darmsaiten endet das Haydn- Quartett.
Während die Komponisten der Wiener Klassik die filigrane Kammermusik pflegten, bei der sie im Quartett die vier Stimmen kunstvoll miteinander verflochten, hätten die französischen Meister eher die orchestrale Musik, die Symphonien und Ballette bevorzugt, erklärte Sabine Angela Lauer in ihrer Überleitung. Komponisten wie Debussy, Ravel oder Franck hätten hohen Respekt vor dem Quartett gehabt und sich nicht so sehr an diese Form herangewagt. Selbst der bedeutende Kompositionslehrer Gabriel Fauré (1845-1924) habe erst mit 80 Jahren sein einziges Streichquartett komponiert. Es gründet noch in der romantischen Gefühlswelt. Dennoch hat Fauré moderne Klangformen, wie wir sie von Strawinsky, Honegger oder Schönberg her kennen, eingemischt. Im ersten Satz stellt er verschiedene Charaktere und Farben vor, die er durch sich überlagernde Harmonien zu impressionistischen Klangkomplexen von berührender Wirkung mischt. Den zweiten Satz hat Fauré vor dem ersten während eines Ferienaufenthalts aneinem See komponiert. Hier breitet er eine Klangfläche aus, die er pointilistisch aus rhythmischen Tonelementen zusammensetzt. Diese hingehuschten Tupfer erzeugen den Eindruck glitzernd schaukelnder Wellen, die spielerisch ans Ufer plätschern. Das anschließende Allegro ist ein rhythmisch pulsierender Satz mit fröhlichen Begleitfiguren im Pizzicato.
Dieser Komposition wurden die Streicher mit fragilem und leidenschaftlichem Spiel, mit samtenen Klängen und spitzfingrigen Pizzicato-Passagen voll gerecht.
Der Abend schloss mit dem "Slawischen Quartett" von Alexander Glasunow (1865-1936). Glasunow war ein Schüler von Nicolai Rimski-Korsakow und gehörte seinerzeit dem "Mächtigen Häuflein" an. Diese Gruppe strebte danach, die slawischen Wurzeln in der russischen Musik wieder hervorzuheben. Glasunow hat volksliedhafte Themen mit orientalisierenden Harmonien versehen. So schwebt die aus den Volksweisen erwachsende Melodik über einer Moll-gefärbten Harmonik. Eine spröde Mazurka, als herbe Bauernmusik in Quintenharmonik gefiedelt, wechselt mit einem wilden Tanzpotpourri aus Troika und Trepak, Kasatschok und Polka im Finale, einem slawischen Fest. Als Zugabe erklang noch der langsame Satz aus Haydns Vogel-Quartett. (Osterholz-Scharmbeck)
Peter Otto

Russland grüßt im Kaisersaal
Streichquartett des Ensembles Tedesco bietet anspruchsvolle Kost
Der Kulturkreis Springe feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen. Anlässlich der Reihe "Jagdschlosskonzerte" gratulierten am Wochenende altbekannte Gäste dem Verein. Das Streichquartett des Ensembles Tedesco begeisterte im voll besetzten Kaisersaal mit klassischer Musik unter dem Motto "Grüße aus Russland".
Das Kernstück des zweistündigen Konzertereignisses bildete das Streichquartett Nr. 13 in b-Moll op. 138 von Dmitri Schostakowitsch, ein Werk aus dem Gründungsjahr des Kulturvereins und ein besonderes Hörerlebnis für Klassikfreunde. Es besteht nur aus einem langsamen Satz: Das Adagio umschließt einen doppelt schnellen Mittelteil, in dem auch Klopfgeräusche auf den Instrumenten als Stilmittel eingesetzt werden. Schostakowitsch hatte das Werk Wadim Borisowskij, dem Bratschisten des seinerzeit populären Beethoven-Quartetts, gewidmet. So.ist es nicht verwunderlich, dass der Bratsche die zentrale Rolle im Stück zukommt. Schostakowitschs Komposition ist keine leichte Kost - zeitweilig scheint zwischen den vier Streichern ein regelrechter Klangkrieg zu entbrennen.
Die Gäste des Jagdschlosskonzerts zeigten sich fasziniert von der außergewöhnlichen Komposition und der Interpretation des Ensemble Tedesco mit Ladislaus Kosak (Violine), Max Hilfenhaus (Violine). Franziska Bouterwek (Bratsche) und Sabine Angela Lauer (Violoncello). Besonders positiv wurden auch die Erläuterungen der Musiker zu den musikalischen Darbietungen aufgenommen, zu denen neben dem Streichquartett Schostakowitschs auch Haydns Streichquartett h-Moll op. 33, Igor Strawinskys „Drei Stücke für Streichquartett" und das Streichquartett Nr. 3 G-Dur op. 26 von Alexander Glasunow zählten. Im Anschluss an den Auftritt standen die Protagonisten dem Publikum noch für Fragen zur Verfügung. (Springe)
vob

Die Musiker zeichnet Lebendigkeit aus
Das Ensemble Tedesco muss wegen Eiseskälte in der Elisabethkirche in den Gemeindesaal umziehen
Immer wieder ein guter Termin: Sonntag, 17 Uhr, Soiree in der Elisabethkirche, diesmal mit der in Langenhagen viel zu selten zu hörenden Musikform Streichquartett. Über die Gründe für das dürftige Angebot in diesem Genre kann man nur spekulieren. Sicher ist, dass das Konzert des Ensembles Tedesco im Gemeindesaal der Elisabethkirche mit etwa 80 Zuhörern gut nachgefragt war.
Das Quartett war wegen der in der Kirche herrschenden Eiseskälte in den Gemeindesaal umgezogen. Der Saal präsentierte sich als ein sehr gut geeigneter Spielort. Obwohl die Musiker dort akustisch nichts geschenkt bekommen. Wenn es schön klingt, ist das allein dem Gestaltungsvermögen und -willen der Akteure zuzurechnen.
Schöne Klänge gab es reichlich. Ladislaus Kosak (Violine) von der Radiophilharmonie Hannover, Max Hilfenhaus (2. Violine) von der Neuen Lausitzer Philharmonie in Görlitz, Franziska Bouterwek (Viola) von der Freien Musikschule Hannover und die freischaffende Musikerin Sabine Angela Lauer (Violoncello) aus Hannover fühlten sich in dem Saal sichtlich wohl. Auch wenn anfänglich Haydns Streichquartett op. 33 mit dem Beinamen „Der Scherz" noch vom Tasten und Erforschen dynamischer Möglichkeiten und auch Grenzen bestimmt war.
Das war in Haydns Streichquartett op. 76 ganz anders. Das Ensemble zeichnete das in dem Beinamen des Werkes „Sonnenaufgang" beschriebene Bild mit sehr schönen, von Cello und Viola getragenen Klängen nach. Dabei legte es eine beachtlich weite Ausdruckspalette von filigranen, fast zu zerbrechen drohenden sehr schön klingenden Pianissimi bis zu herzhaft robusten Fortepassagen, bei denen das Cello schon mal ganz gehörig (wie etwa im dritten Satz) ins Knarzen geriet. Was sehr zur Lebendigkeit der Musik beitrug.
Einer Lebendigkeit, die Franz Schuberts „Rosamunde" genanntes Streichquartett D 804 sehr gut bekam und dieses Werk, trotz seiner stattlichen Spieldauer, zu einem kurzweiligen und spannenden Höhepunkt werden ließ. Herzlicher Beifall für einen entspannten Abend, der dessen Initiatoren Mut für weitere machen sollte. Jetzt ist erst einmal am 21. Februar Hannover-Brass an der Reihe. (Langenhagen)
Rainer Breitkopf

Seoul newspaper sponsored 'autumn night concert'

Sponsored by Seoul newspaper on November 2nd at the Seoul Arts Center Concert Hall 'autumn night concert' Ensemble Tedesco and pianist Cho Chi-Ho from the Chung-Ang University were the performers in the full of passion and lyricism-rich Schumann's Piano Quintet op. 44. With Haydn's String Quartet op. 33 No. 2 and Schubert's String Quartet No. 13 'Rosamunde' Ensemble Tedesco made a reminiscence of autumn night to the spectators. (Seoul)

Lustvoll und übermütig statt mäuschenhaft und wohlerzogen
"Ensemble Tedesco" serviert Haydns Streichquartette mit viel Charme
"Papa" Haydn, der Leichtgängige? Der gemütlich-flockige, am besten beim nachmittäglichen Kaffeeplausch im heimischen Wohnzimmer zu genießende Komponist?
Nicht wenige Musikliebhaber sitzen nach wie vor auf diesem Vorurteil fest wie auf einer Sandbank. Doch das "Ensemble Tedesco" schaufelte bei seinem über
zwei Abende verteilten Konzert im Festsaal des Celler Schlosses den Sand einfach fort und machte den Kahn flott. Auf Einladung des Künstlervereins Celle
spielten die zwei Damen und zwei Herren aus Hannover insgesamt sieben von Haydns Streichquartetten aus den op. 33, 54, 76 und 77 und erwiesen sich dabei
als ungemein waches, knisterndes Ensemble.

Sie pressten mit einem hohen Grad an Innenspannung ein Maximum an Charme und Leidenschaft aus den einzelnen Sätzen, vermittelten Haydns völlige Verschmelzung
von galantem Stil und Expression und brillierten mit bogentechnischen und fingerzupfenden Finessen. Überraschungsreich, mit einer Vorliebe für knackige Akzente
und mit bisweilen übermütigem Witz – etwa im Finale von op. 33/2 mit seinen provozierenden Generalpausen und dem verschmitzten Abschluss – brachten sie Haydns
Musik zum Sprechen. Die Strichtechniken und die intensiven Farben – besonders deutlich beim euphorisch leuchtenden "Sonnenaufgang" op. 76/4 – verstärkten noch
den ekstatischen Sog der Musik. Und bei alledem bewiesen sie ein ausgeprägtes Gespür für sinnliche Klangschönheit, beispielsweise im "cantabile"
des "Kaiserquartetts" op. 76/3, als die Melodie der heutigen Nationalhymne im Schimmer erlesener Melancholie von Instrument zu Instrument wanderte.
So wurde der Augenblick wie etwas Einmaliges ausgekostet, ohne seine Beziehung zum Ganzen zu verlieren. Und doch klang ihr Spiel niemals mäuschenhaft,
niemals wohlerzogen. Es war ein straffer, ein sportlicher Haydn, den sie präsentierten, durchpulst von innerem Atem. (Celle)
Rolf-Dieter Diehl

Hochkarätiger Kirchenmusik-Marathon
Kulturstiftung Marktkirche wirbt um Unterstützung
Unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Stephan Weil präsentierte die Kulturstiftung Marktkirche ihre zweite "Musik auf der Baustelle" und warb damit bei treuen ebenso wie bei neuen Freunden der hochklassigen Kirchenmusik um ideele und finanzielle Unterstützung.
Ralph Ludwig und Eike Christian Hirsch führten bis Mitternacht fundiert und gut gelaunt durch ein an Höhepunkten reiches Programm, das in drei Blöcken ein Best-of aus Hannovers Kirchenmusik-Szene vereinte. (js)
 Foto: Joachim Stever
Zu einem Scherz aufgelegt: Das Ensemble Tedesco spielte Joseph Haydn's Streichquartett op. 33/2

Schauriges vom abgetrennten Kopf Haydns
Schreiter bereichert Konzert mit Anekdoten
Der Musikpädagoge und Organisator Winfried Schreiter hat beim Konzert mit dem Ensemble Tedecsco am Sonntagabend in der Corvinuskirche nicht nur grazile Musik, sondern auch richtige Schauergeschichten zum Besten gegeben.
So soll der Sarg von Joseph Haydn eine Wodie nach der Beisetzung geöffnet worden sein, um den Schädel zu entfernen und daran Untersuchungen vorzunehmen. Der Leichnam sei ohne Kopf von Wien nach Eisenstadt überführt worden. Später übergab angeblich ein bestochener Beamter den vermeintlichen Totenkopf. Der echte Schädel soll durch viele Hände gewandert sein - unter anderem zur Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. „Erst im Jahre 1954, also fast 145 Jahre nach seinem Tod wurde Haydns Kopf nach Eisenstadt zurückgebracht um die Totenruhe von Haydn wiederherzustellen", sagte Musikpädagoge Schreiter.
Ganz anders die Musik. Duftig leicht interpretierten Ladislaus Kosak (Violine), Franziska Bouterwek (Viola), Sabine Angela Lauer (Violoncello) und Martin Schumann (Klavier) die klassischen Werke des Programms.
Wie ein zarter Frühlingsgruß wirkten die Werke von Haydn, Franz Schubert und Wolfgang Amadeus Mozart. Zwischendurch gab es auch feurige Einwürfe, wie Haydns „Rondo all' Ongarese".
Das Publikum mit fast 100 Zuhörern konnte Cellistin Lauer nur zustimmen, als sie begeistert sagte: „Kein Werk ist Konfektionsgröße. Alle Kompositionen sind wunderbare Musik." (Wunstorf)
Carola Faber

Ein Stück nicht von Haydn, sondern von Hofstetter
Das Ensemble Tedesco spielt beim Kulturkreis im Jagdschloss Springe Kammermusik
Joseph Haydn hätte es mit Genugtuung zur Kenntnis genommen. Der ihm zugeschriebene Streichquartett-Zyklus op. 3 könne, da ist sich die Musikwissenschaft inzwischen einig, nicht aus der Feder des Großmeisters stammen, da der Tonfall dieser Kompositionen eher oberflächlich sei. Der wahre Urheber war denn auch schnell ausgemacht. Der Benediktinermönch Roman Hofstetter konnte nicht nur fasten und beten, sondern auch ganz ordentlich komponieren. Eine Kostprobe seiner Tonkunst gab es am Sonntagabend im Jagdschloss. Auf Einladung des Kulturkreises Springe gastierte das Ensemble Tedesco im gut besuchten Kaisersaal.
Ladislaus Kosak, Thomas Brogsitter (Violinen), Franziska Bouterwek (Viola) und Sabine Angela Lauer (Violoncello) allerdings konnten aus diesem Serenaden-Quartett F-Dur auch nur das herausholen, was drinsteckte: solide und leicht verdauliche Klänge. Als Aperitif zu Hugo Wolfs Italienischer Serenade genau richtig. Denn hier musste das Ensemble Tedesco schon etwas tiefer in die kammermusikalische Trickkiste greifen, um Wolfs immer wieder schillernde und eruptive Tonsprache zu übersetzen. Das gelang denMusikern ebenso gut wie in den Fünf Stücken für Streichquartett von Erwin Schulhoff. Die Musiker zeichneten gut aufeinander abgestimmt prägnante und ausgesprochen farbige Charakterstücke mit bedrohlich dunklen Klanglandschaften.
Mit einer breiten Ausdruckspalette von zerbrechlich und samtig über schmachtend und leidenschaftlich bis hin zu kantiger Vehemenz präsentierte sich das Ensemble Tedesco in der glutvollen Serenata op. 87 des Spaniers Joaquin Turina.
Und Wolfgang Amadeus Mozarts oft gespielte Kleine Nachtmusik schließlich zeichnete es unangestrengt nach und nahm im Finalsatz die Bezeichnung scherzando wörtlich.
Ein gelungener Kammermusikabend, der mit reichlich Applaus, aber ohne Zugabe zu Ende ging. (Springe)
Gert Deppe

Musiker fasziniert vom Kaisersaal: "Besser geht es nicht"
Kulturkreiskonzert mit dem "Ensemble Tedesco" / Schulhoff-Stücke wie einen Dialog vor dramatischer Kulisse gestaltet
Gegen die harte Konkurrenz des wesentlich bekannteren Tetzlaff-Quartett in Hannover hat sich das Streicherquartett "Ensemble Tedesco" im Jagdschloss behauptet. Die Kulturkreis-Vorsitzende Karin Müller-Rothe zeigte sich hocherfreut über die wenigen Lücken in den Zuhörerreihen.
Bereits die Programmvorschau gab einen Vorgeschmack auf einen vielseitigen Kammermusikabend. Eingerahmt von den Werken zweier der ganz Großen der Musikwelt - Joseph Haydn und Wolfgang A. Mozart - präsentierten die Orchestermusiker unter dem Motto "Sommerserenade" Werke von Hugo Wolf (1860 bis 1903), Erwin Schulhoff (1894 bis 1942) und Joaquin Turina (1882 bis 1849).
Insbesondere die Fünf Stücke für Streicherquartett des erst in neuester Zeit wiederentdeckten Schulhoff dürften dem Anspruch Müller-Rothes gerecht worden sein, "jeweils ein neuzeitliches Stück, mindestens aus dem 20. Jahrhundert, ins Programm aufzunehmen". Das schule die Hörgewohnheiten für die Musik unserer Zeit. Wohl wahr.
Nach dem ebenso allgemein bekannten wie eingängigem "Serenaden-Quartett E-Dur op. 3, Nr. 5" von Haydn und Wolfs "Italienische Serenade" G-Dur zeigte sich Schulhoff als Meister der Moderne, alles andere als gefällig, mit oftmals aufrüttelnd rhythmischen Passagen, bisweilen düster, aber auch ironisch distanziert. Wie eine abwechslungsreiche Erzählung oder einen Dialog vor dramatischer Kulisse gestalteten Ladislaus Kosak, Thomas Brogsitter (beide Violine), Franziska Bouterwek (Viola) und Sabine Angela Lauer (Violoncello) insbesondere die Alla Serenata, das zweite Stück der Schulhoff-Reihe.
Deutlich heraushörbar war die Stilisierung der Dynamik der Industrialisierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts: stampfende, schnelle Rhythmen, vorwärts preschend, Großstadtmusik eben. So ganz anders als Mozarts "Eine kleine Nachtmusik", deren erste Takte spontan mitgepfiffen werden können. Doch auch diese Serenade hat mehr als Altbekanntes zu bieten.
Selbst Ladislaus Kosak genoss den Musikabend, "auch, weil dieser Raum mit seiner wundervollen Akustik kaum zu überbieten ist". Besser gehe es nicht, zeigte sich der gebürtige Rumäne überzeugt. (Springe)
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Mit Musikalität und Können zum Erfolg
Ensemble Tedesco erntet für Abendkonzert in der Glashütte Gernheim viel Beifall Petershagen (pri). Gleich einer hübschen Serenade konnten die Besucher des Museums Glashütte Gernheim am Freitagabend ein Konzert des "Ensemble Tedesco" genießen.
Die letzten Strahlen der untergehenden Sonne tauchten den akustisch gut geeigneten Saal, der einst die VorarbeiterWohnung in der Alten Korbflechterei beherbergte, in stimmungsvolles Licht, als die Musiker aus dem Raum Hannover ihr Kammerkonzert darboten. Das Ensemb- le, das sich durchweg aus Profi-Musikern zusammensetzt und in wechselnder Besetzungsstärke auftritt, war diesmal als Quartett vertreten durch Heike Malz (Flöte), Ladislaus Kosak und Franziska Bouterwerk (Violine) sowie Sabine Angela Lauer (Violoncello). Solides technisches Können und Verbindung mit hoher Musikalität, dazu ein klug strukturiertes und abwechslungsreiches Programm waren die Grundlage für ein hochwertiges Konzert, das von den Zuhörern mit viel Beifall bedacht wurde.
Zur Einstimmung erklang das anmutig leicht klingende Flötenquartett C-Dur, KV 285b, von Wolfgang Amadeus Mozart. Zusammen mit einem von drei weiteren, die Mozart ebenfalls wohl 1777 in Mannheim für den holländischen Musikliebhaber Ferdinand Dejean unter erheblichen Zeitdruck komponierte, bildete es die musikalischthematische Klammer des Programms. Das Mittelstück des ersten Teils gestaltete das unvollendete Streichtrio B-Dur, D 471, von Franz Schubert mit nur einem vollständigen Satz, Allegro - ein kurzer, aber angenehmer Ausflug in die Romantik mit einem musikalischen Kleinod des fleißigen Komponisten. Mit dem nun wieder dreisätzigen Flötenquartett Nr. 1 G-Dur von Gioacchino Rossini erreichte das Programm vor der Pause einen vorläufigen Höhepunkt.
Vorsichtshalber gab Sabine Angela Lauer nach der Pause eine kleine Einführung in das 1929 entstandene Trio für Flöte, Viola und Violoncello, op. 40, von Albert Roussel. Die besondere Tonmischung könne ungewohnt und etwas "schräg" klingen, warnte sie und zog Parallelen zur Malerei mit ihren gegenläufigen Strömungen Impressionismus und Expressionismus. "So hoffe ich, dass Sie mit Interesse unseren Klangbildern folgen", schloss sie ihre Ausführungen. Überwiegend dürfte sich diese Hoffnung erfüllt haben, denn mit diesem Höhepunkt des Abends gewann das Konzert an Tiefe und Aussagekraft. Den Musikern bot sich damit die Gelegenheit, ihre künstlerische Qualität ausdrucksvoll unter Beweis zu stellen. Voll französischer Leichtigkeit hüpfte die Querflöte durch das Allegro grazioso, entwickelte im eher reflektierenden Andante mit schönen Themen ein Wechselgespräch mit den Streichern, das sie schließlich mit starkem Optimismus abschloss, um im Finale virtuos die Grundstimmungen der vorangegangenen Sätze zu verbinden. Auch für diese manchem eher ungewohnten Klänge erntete das Ensemble Tedesco viel Beifall.
Den gelungenen Abschluss bildete Mozarts Flötenquartett D-Dur KV 285, das von der Flöte als Soloinstrument dominiert wird. Reizvoll kontrastierte die Flöte mit dem Streicherklang. Als Zugabe erklang eine knappe aber schwungvolle Rossini-Passage. (Petershagen)
Ralf Kapries

Die Kammermusikreihe "Rund um den Flügel" wird immer beliebter: Mehr als 80 Besucher strömten am Sonntagabend trotz der Handballweltmeisterschaft in das Gemeindehaus der Corvinuskirche, um das Ensemble Tedesco zu hören. Heike Malz (Flöte), Ladislaus Kosak (Violine), Franziska Bouterwek (Viola) und Sabine Angela Lauer (Cello) spielten farbenreiche Literatur verschiedener Epochen. Die Transparenz und Leichtigkeit der Musik von Wolfgang Amadeus Mozart kam im Flötenquartett C-Dur KV 285 b zu Gehör.
100 Jahre später wurde der französische Komponist Albert Roussel geboren. Mit seinen exotischen Motiven und Harmonien gehört er zu den beispielhaften Vertretern des Impressionismus. So überzeugten die Musikerinnen Heike Malz, Franziska Bouterwek und Sabine Angela Lauer in seinem Flötentrio opus 40 mit einem ausdrucksstarken und lebendigen Klangbild.
Zum Abschluss des Konzerts erfreute das gesamte Ensemble noch einmal mit Quartettliteratur von Gioacchino Rossini, der seine Musik ursprünglich zur hauseigenen musikalischen Unterhaltung schrieb. Auch sein Flötenquartett G-Dur Nr. 1 blühte wahrscheinlich nur im Verborgenen. Brillant war hier der langsame Satz als verzaubernde Mitte des Werkes gestaltet. Die Zuschauer waren sich einig: "Wer hier der Musik lauschte, konnte sich tatsächlich mühelos von der Weltmeisterschaft ablenken lassen." (Wunstorf)
Carola Faber

Einen mitreißenden Kammermusikabend erlebte das Publikum im Beckmannsaal, als auf Einladung des Künstlervereins Celle das Hannoversche "Ensemble Tedesco" mit Sabine Lauer (Violincello), Franziska Bouterwek (Viola), Ladislaus Kosak und Uwe Fietkau (Violinen) Werke von Borodin, Schostakowitsch und Glasunow präsentierte.
Borodins Streichquartett Nr. 2 in D-Dur wurde von einer innigen Lyrik bestimmt. Wie eine sangliche Serenade klang der erste Satz mit seiner eleganten "Gitarren"-Pizzicato-Begleitung durch die tiefen Streicher. Und nach dem luftigen Walzercharakter des graziösen Scherzo erblühte das zart und leise gestimmte Notturno zu einem kanonartigen Liebesduett.
Auch die Charaktere in Schostakowitschs suitenhaftem Streichquartett Nr. 11 erarbeiteten die Musiker mit intensivster Einfühlung. Die Komposition, deren sieben Sätze durch Attacca-Übergänge miteinander verzahnt sind, gestaltete sich dahinwindend und leidend und in seiner fahlen Buntheit wie von einer kammermusikalischen Wolke verhüllt, in die das Ensemble mit sublimer Differenzierungskunst immer wieder tief und ergreifend hineinstieß.
Tänzerisches Feuer und Farbenpracht prägten das "Slawische Quartett" von Glasunow. Da pulsierte und brodelte das Ensemble. Es hangelte sich nicht von Takt zu Takt durch die Notenlinien, sondern erfüllte jeden einzelnen Ton mit Intensität und Bedeutung. Da funkte es im Zusammenspiel gleichberechtigter Stimmen, und man hatte bisweilen das Gefühl, die Musik würde von einer permanenten inneren Beschleunigung getrieben. Die Musiker spielten sich die Motive elegant zu, spielten mit luftigem, betont leichtem Klang und - ohne dass dabei je der Eindruck der Verbissenheit entstand - einer Zugespitztheit des Ausdrucks, der keine noch so kleine Nuance entging.
Das homogene, subtil ausbalancierte Ensemblespiel war von einer mitreißenden Musizierfreude geprägt. Die Harmonie in der musikalischen Gestaltung eröffnete dem Quartett zudem die Möglichkeit, eine besondere kammermusikalische Intimität zu verwirklichen, die die Musik durchsichtig machte, ohne dass sie an Substanz verlor. Keine Frage: Das mitunter etwas verschnarchte Image des Genres Kammermusik wurde durch das Ensemble Tedesco gründlich aufgepeppt. (Celle)
Rolf-Dieter Diehl

Das Ensemble Tedesco erfreut sein interessiertes und kundiges Publikum auf Amrum immer wieder mit Kammermusik vom Feinsten und überrascht mit Werken unbekannter und selten gespielter Komponisten. So spielten Sabine Angela Lauer (Violoncello), Franziska Bouterwek (Viola) und Martin Schumann (Klavier) die "Sonate g-moll" von Henry Eccles und die "Sonate Nr. 1 B-Dur" op. 45 von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847). Der Komponist wurde in Hamburg geboren, studierte früh Klavier, Geige und Komposition und gab 1918 sein erstes öffentliches Konzert. 1822 wurden seine eigenen Kompositionen erstmals in Berlin aufgeführt. 1829 reiste Meldelssohn nach England, erst jetzt verbreitete sich sein Ruf als Komponist.
Auf dem Programm des Ensemble Tedesco standen außerdem "Après un Reve", "Elégie op. 24" und "Sicilienne op. 78" von Gabriel Fauré (1845-1924). Fauré studierte von 1854 bis 64 an der Ecole Niedermeyer bei Camille Saint-Saens, arbeitete als Organist und lehrte an der Ecole Niedermeyer. Später übernahm er die musikalische Berichterstattung für den "Figaro".
Das "Klarinettentrio a-moll" op. 114 von Johannes Brahms (1833-1897) - in einer Fassung für Klavier, Viola und Violoncello - rundeten das Programmm dieses musikalischen Abends im Nebeler Haus des Gastes ab.
Das Ensemble Tedesco entstand 1992 und konzertiert in verschiedenen Zusammensetzungen. Sabine Angela Lauer wurde in Riverside/Californien geboren und errang erste Preise bei "Jugend musiziert". Sie studierte Cello und ist seit 1989 Dozentin an der Freien Musikschule Hannover, daneben konzertiert sie als Solistin und Kammermusikpartnerin. Franziska Bouterwek wurde in München geboren und studierte Bratsche am Konservatorium München, sie besuchte Meisterkurse und lehrt seit 1988 ebenfalls in Hannover. Martin Schumann errang frühe Erfolge bei "Jugend musiziert" und beim Steinway-Wettbewerb Hamburg, er arbeitete als Pianist beim Norddeutschen Rudnfunk und studierte Klavier in Lübeck und Hamburg, hier absolvierte er sein Konzertexamen. Konzerttätigkeit im In- und Ausland folgte, seit 1995 ist er Professor an der Musikhochschule Hamburg.
Mit den Zugaben, dem 2. Walzer von Dimitrij Schostakowitsch (1906-1975) sowie dem 3. satz des Trios von Brahms, verabschiedeten sich die sympathischen Musiker des Ensembles Tedesco. (Nebel auf Amrum)
Monika Domberg

In dieser Konzertreihe gastierte am vergangenen Sonntag im Gemeindehaus der Corvinuskirche das Ensemble Tedesco aus Hannover mit Franziska Bouterwek, Bratsche, Sabine Angela Lauer, Violoncello, und Martin Schumann, Klavier. Die Cellistin führte auch mit Erklärungen und Hintergrundinformationen zu den einzelnen Werken durch das Programm.
Es begann mit einer Sonate für Bratsche und Basso continuo von Henry Eccles, einem weitgehend unbekannten Komponisten der Barockzeit, der in der Hofkapelle von Ludwig XIV. tätig war. Der Erfindungsreichtum schöner Melodien ließ aufhorchen, wurde er doch von Franziska Bouterwek und den begleitenden beiden anderen mit großer Musizierfreude perfekt präsentiert. Sabine Angela Lauer und Martin Schumann überzeugten danach mit einer fein aufeinander abgestimmten Interpretation der drei wohl beliebtesten Kompositionen für Violoncello und Klavier von Gabriel Fauré, Apres un Reve, Elegie und Sicilienne.
Das abschließend musizierte Klarinettentrio von Joh. Brahms erklang in der vom Komponisten autorisierten Fassung für Bratsche, Cello und Klavier. Es ist ein nicht so leicht zugängliches Werk, daher waren Sabine Lauers Erklärungen hier besonders hilfreich für das Entdecken der Schönheiten dieser Komposition, die gerade den Pianisten besonders herausfordert. Martin Schumann, Franziska Bouterwek und Sabine Lauer boten ein klares, ausdrucksvolles und bravouröses Zusammenspiel.
Es gab viel Beifall für die Künstler, die sich mit der Zugabe eines Walzers von Dimitri Schostakowitsch bedankten, der so schwungvoll geriet, dass im Publikum begeistertes Mitsummen zu hören war. (Wunstorf)
Winfried Schreiter

In der Kapelle des Schlosses Bevern trat das Streichquartett des Ensemble Tedesco aus Hannover auf. Zum vierten Meisterkonzert der Saison spielten die Musiker das Quartett op. 64 Nr. 5 ("Die Lerche") von Joseph Haydn, das Quartett op. 18 Nr. 4 von Beethoven und das Quartett Nr. 2 von Alexander Borodin.
Wie fast immer wurde es eine genussvolle Soiree. Draußen nasskalt und grau, war es in der Kapelle behaglich, hinter dem Podium brannten in Leuchtern sogar echte Kerzen. Es musizierten vier sympathische, attraktive, noch jugendliche und hochqualifizierte Musiker und Musikerinnen - gut auf einander eingespielt (das erste Gebot für jedes Kammermusikensemble) und doch jeder mit eigener Persönlichkeit. Der erste Geiger (Ladislaus Kosak), als erfahrener Orchester-Konzertmeister, in Ton und Gestus unverkennbar der Primarius.
In der intimen und doch leicht halligen Akustik der Schlosskapelle war der Ton, den er angab, sogar etwas zu forsch, vor allem im Haydn-Quartett, das man oft zarter, luftiger gehört hat. Uwe Fietkau spielte die zweite Geige auch im übertragenen Sinne, etwas im Hintergrund, sensibel, wo er die Melodie übernahm. Ähnlich (wie es ja auch die Quartettliteratur verlagt), die Bratschistin Franziska Bouterwek, im Blickkontakt sich ständig am Primarius orientierend. Temperamentvoll, doch musikalisch völlig mit der Gruppe verschmolzen, die Cellistin Sabine Angela Lauer; als am meisten extrovertiertes Mitglied des Ensembles auch dessen Sprecherin: Sie kündigte, mit einer Klarheit, die man in Konzerten oft vermisst, die Zugabe an.
Es ist eben ein anderes Erlebnis, in der körperlichen Gegenwart der Musiker an Musik teilzunehmen als ihr nur zu Hause zu lauschen, wo sie körperlos aus einem elektronischen Gerät kommt. Die emotionale Teilnahme am Prozess der Aufführung kommt nur in einem Live-Konzert zustande. Man nimmt die Lust am Musizieren, die völlige Konzentration, die Spannung wahr, wenn man die Musiker leibhaftig sieht, auch in den Momenten, in denen sie nicht spielen. So einen Augenblick wie der Blickaustausch vor dem rasanten, in den Fugato-Passa-gen sehr kniffligen Finale des Haydn-Quartetts, so ein wortloses: "Aufpassen! Jetzt kommt's!", kann man bei einer CD nicht erleben. Wohl hauptsächlich aus diesem Grund sind die etwa hundert Leute, die am Sonntag die Schlosskapelle fast füllten, gekommen.
Das Streichquartett entwickelte sich im 18. Jahrhundert vornehmlich durch das Wirken von zwei Komponisten, Joseph Haydn und seinem italienischen Zeitgenossen Luigi Boccherini. Sie gaben der Gattung eine jeweils unterschiedliche Prägung. Haydns kompositorisches Prinzip war, jedenfalls in den Ecksätzen seiner Quartette, der Aufbau aus kurzen, prägnanten Themen oder Motiven, an denen alle Instrumente gleichwertig beteiligt sind. Boccherini setzte vornehmlich auf die Entfaltung von gesanglichen, ausdrucksvollen Melodien, von einem der Instrumente gespielt und durch die anderen begleitet. Boccherinis umfangreiche Kammermusik ist heute weitgehend in Vergessenheit geraten, doch über Mozart und Schubert setzte sich sein Stil, vor allem in der Romantik, neben Haydns durch.
Das Programm des Ensembles Tedesco bot vor der Pause zwei Meisterwerke der Haydnschen Tradition: Beethoven war in Wien Schüler von Haydn gewesen, seine Quartette op. 18 kamen zehn Jahre nach Haydns op. 55 in Druck.
Die Gegenüberstellung der Kompositionen bot Anlass zu aufschlussreichen Vergleichen: Einerseits starke Ähnlichkeiten in der über alle Instrumente verteilten motivischen Struktur und sogar im Hauptthema des Finalsatzes; andererseits typisch Beethovensche Züge in der störrischen Aufgewühltheit des ersten und dritten Satzes seines c-moll Quartetts und die verblüffende Originalität des kontrapunktisch tänzelnden zweiten Satzes, der hier an die Stelle des übliches langsamen Satzes tritt.
Das Streichquartett in D-Dur von Borodin steht in der Tradition Boccherinis, auch wenn sich der Komponist im Finale allzu beflissen um motivische Arbeit bemüht. So ist das Hauptthema des ersten Satzes eine wunderschöne Melodie, im Wechsel zwischen Cello und 1. Violine vorgetragen. Das Nebenthema des zweiten Satzes ist ein Walzer, so einschmeichelnd, dass man fast an Cafehausmusik denken könnte; und der dritte Satz, Notturno, ein ausgesprochener Ohrwurm, den man, in verschiedenen Instrumentierungen, heute als Einzelstück in Konzertprogrammen findet.
Der Verfasser dieser Konzertkritik war bestimmt nicht der einzige, dem die Melodie dieses Satzes danach immer wieder durch den Kopf gegangen ist. Die Lust der jungen Musiker am Musizieren, die das Konzert von Anfang an geprägt hatte, kam hier besonders ansteckend zur Geltung. Als Zugabe nach dankbarem Applaus gab es, im slavisch romantischen Geist bleibend, die Nr. 11 der "Zypressen", Miniaturen für Streichquartett von Antonin Dvorak. (Bevern)
ek

Selten gespielte und gesungene Werke großer Komponisten standen auf dem Programm des "Ensemble Tedesco", das in der Besetzung Manuela Mach (Alt), Sabine Angela Lauer (Violoncello) und Martin Schumann (Klavier) seit 2 Jahren zusammen arbeitet und auf Gastspielreisen geht.
Arien aus den Opern "Josua", Rinaldo", Ezio" und "Alcina" von Georg Friedrich Händel (1685 - 1759) sang die Altistin Manuela Mach mit ihrer schönen Stimme ebenso gefühlvoll wie die Liebeslieder von Johannes Brahms (1833 - 1897). Nach dem Abitur und dem Musikstudium errang die Sängerin etliche Preise bei Bundeswettbewerben, belegte verschiedene Meisterkurse und arbeitet als freie Konzert- und Liedsängerin sowie als Gesangspädagogin und Atemlehrerin.
Sabine Angela Lauer erspielte sich mit dem Violoncello den 1. Preis bei "Jugend musiziert", arbeitet seit 1989 als Dozentin an der Freien Musikschule Hannover und gründete 1990 das "Ensemble Tedesco". Um ihr Spiel zu vervollkommnen nimmt Sabine Angela Lauer weiterhin regelmäßig Privatstunden und belegt Meisterkurse. Die Musikerin begeisterte das Publikum mit der "Sonate op. 69 A-Dur" von Ludwig van Beethoven (1770 - 1827) und dem "Andante cantabile op. 11 H-Dur" von Peter Tschaikowsky (1840 - 1893).
Mit der "Grande Polonaise brillante" von Fréderic Chopin (1810 - 1849) betonte der Pianist Martin Schumann sein Können als Solist. Auch er ist Preisträger von "Jugend musiziert". Nach dem Konzertexamen arbeitete er im In- und Ausland in Orchesterkonzerten, Klavierabenden und Kammermusikbesetzungen. Seit 1995 ist Martin Schumann Professor an der Musikhochschule Hamburg.
Wie gut diese drei Musiker zusammen harmonieren bewiesen sie mit den "Zwei Gesängen op. 91" (Gestillte Sehnsucht und Geistliches Wiegenlied) von Johannes Brahms.
Die sehr interessierten Zuhörer waren vom "Ensemble Tedesco" begeistert und entließen die Künstler erst nach deren Zugabe, einer Arie aus dem Oratorium "Saul" von Georg Friedrich Händel. (Nebel auf Amrum)
Monika Domberg

Der E.T.A. Hoffmann-Abend war eine tiefe Verbeugung des Freundes- und Förderkreises Albert-König-Museum e.V. vor einem genialen Universalkünstler, der mit seinen spukhaften Erzählungen ein Wegbereiter der Romantik gewesen ist, während seine Kompositionen noch im klassischen Bereich verharren. Aber immer drängt es dieses Genie in die Welt des Wunders, des Ahnungsvollen, Unwirklichen, in sublime Bereiche.
Doch das Ensemble Tedesco entschnörkelte den Komponisten, befreite ihn aus dem Brillanten und gab ihm Transparenz. Die Musiker malten Klangbilder in feinster Nuancierung, liebevolle kleine "Klassik-Schubser", die auch noch den letzten darauf stoßen wollen, dass das Gute oft so nah liegt. Denn bei aller Ergründung der musikalischen Substanz blieb immer auch etwas angenehm lockeres Improvisatorisches wie etwa bei der italienisch angehauchten Gluck´schen Triosonate.
Es war ein literarischer Konzertabend mit einer stimmungsvollen Exkursion in die Welt der "schwarzen Romantik". Der Spannungsbogen bei Hoffmanns fantastischer Novelle vom "Ritter Gluck" stieg von Anfang bis Ende an: Poesie ohne Zuckerguss, von angenehmem Grusel durchweht, gleichsam von unruhig flackernden Kerzen und tanzenden Schatten durchgeistert. Cellistin Sabine Lauer brachte den Text mit romantischem Feuer und mit der mühsam gezügelten Erregtheit, die solche Literatur erfordert.
Auch in den Musikpassagen standen die Gefühle im Vordergrund. Bravouröse Tongirlanden bereicherten das Klangspektrum. Hoffmanns Musik hat etwas Naives, aber auch viel Charmantes. Und sie ist voller überraschender Einfälle. Herrlicher Anlass für das Ensemble Tedesco, ganz darin aufzugehen. So wurden die Stücke auf anspruchsvolle und unterhaltsame Weise präsentiert: Grenzen erprobend und raumerweiternd. Das schlanke Spiel der Streicher passte hervorragend zu der weichen Prägnanz des Klaviers, das gleichermaßen Zentrum und Brücke war. Pianist Martin Schumann musizierte mit Ruhe und Übersicht, klar und flüssig und immer mittendrin im Geschehen. Er begeisterte durch seine ungewöhnlich leichte Art, Mittler zwischen Komposition und Publikum zu sein.
Die innigen Cellokantilenen wurden quasi hingehaucht. In Sabine Lauers stilsicherem Spiel wurden die Kontraste mit geübter Hand zu schöner Form verschmolzen. Und Franziska Bouterweks einfühlsames Viola-Spiel verfügte über diesen gewissen Klang, der die Welt der Lebenden mit Hoffmanns Reich der Geister verbinden kann. Hauchzart auch die Begleitung der Violinen: Äußerst sensibel gingen Ladislaus Kosak und Uwe Fietkau mit den Motiven um und spielten sie sich gegenseitig zu wie einen leichten Ball.
Das hochkonzentrierte gefühlvolle Spiel dieses Ensembles, das mit der traumhaft-romantischen "Barkarole" aus "Hoffmann´s Erzählungen" von Offenbach zum Schluss noch ein lyrisches Betthupferl servierte, hielt das Publikum von der ersten bis zur letzten Minute gespannt auf der Stuhlkante und ließ keine andere Wahl, als sich von diesen ausdrucksstark dargebotenen kammermusikalischen Perlen verzaubern zu lassen. (Unterlüß)
Rolf-Dieter Diehl

"...Heute gelangen seine Kompositionen kaum noch zur Aufführung. Dabei zeigten die vom Ensemble Tedesco engagiert und mit hoher Musikalität vorgetragenen Werke, dass seine Kompositionen ein hohes Niveau besitzen, voller Einfalle und Melodien. Das gilt sowohl für das Klaviertrio E-Dur als auch für das Klavierquintett c-Moll (ursprünglich Harfenquintett). E.T.A.-Hoffmann komponiert in einem Stil zwischen Klassik und Frühromantik. Zwischen diesen Werken und einer Komposition von Christoph W. Gluck wurde die Erzählung "Ritter Gluck" vorgetragen. Typisch für Hoffmann beginnt diese Novelle in einer realistischen Wirklichkeit, in die unvermittelt eine hintergründig-dämonische Welt hereinbricht... Die Erzählung wurde von der Cellistin des Ensembles Tedesco, Sabine Angela Lauer, mit ausdrucksvoller Stimme gelesen. So kam es sowohl vom Musikalischen her als auch vom Dichterischen zu einem eindrucksvollen E.T.A.-Hoffmann-Abend, sehr zur Freude der heftig applaudierenden Besucher." (Celle)

"Ebenso kunstvoll wie anziehend wirkte das musikalische Programm des Trios Tedesco aus Hannover, die in der Glashütte Gernheim für einen wunderschönen Ausklang des LandArt Festivals sorgten.....Musik zum zurücklehnen und genießen präsentierte das (Streich-)Trio den Zuhörern vom ersten bis zum letzten Klang, bei der nicht nur der Variantenreichtum der Kompositionen beeindruckte, sondern vor allem die erstklassige Spielweise und das Zusammenwirken der Künstler...." (Minden)

"...Viel Gespür für den tiefen Ernst des facettenreichen Streichquartetts Nr. 8 op. 110 bewies das Team bei seiner Schostakowitsch-Darstellung. Jeder einzelne Ton schien den Künstlern ein persönliches Anliegen, auf jede Feinheit wurde nuanciert reagiert. Mit Elan und Hingabe, im Allegro molto fast ekstatisch, boten die Hannoveraner diese heikle Schöpfung dar. Technik ist für die Crew schon lange kein Thema mehr, so dass sie sich ganz auf den musikalischen Gestus konzentrieren konnte und die Komposition zu einem Erlebnis reifen ließ..." (Stadthagen)

"...Hauptanziehungspunkt war der Pianist Martin Schumann - musikalisch der durchweg fesselndste Faktor im Zusammenspiel. Man erlebte es gleich bei Mozarts Es-Dur Quartett KV 493 bis hin zu den glatten Tonleiter-Läufen im Finale. Doch auch der manchmal charmante, kernige Ton des Geigers Ladislaus Kosak schmeichelte dem Ohr. Dennoch, wesentlich mehr Beifall erntete die lebendigere Aufführung des Es-Dur Quartetts op. 87 von Dvorák. Im Lento nutzte die Cellistin Sabine Angela Lauer mit erfreulicher Intensität ihre Chance. Höhepunkt wurde das sehr temperamentvoll musizierte Finale mit dem andererseits auch sehr gefühlvoll dargebotenen Nebenthema im Schlussteil. Eine weitere Steigerung brachte die Wiedergabe des Brahms-Quartetts g-moll. Gleichsam mit breitem Pinsel präsentierten die Streicher die Schönheiten des Andante, spielten aber auch beglückend gefühlvoll einen der Mittelabschnitte des Finales. Mitreißend in diesem "Rondo alla zingarese" der Pianist! Die beiden kleinen Kadenzen à la Zigeuner-Cymbal gingen ihm virtuos von der Hand.... " (Hamburg)

"....Franziska Bouterwek, Bratsche, fiel die zentrale Rolle der Mittelstimme in dieser transparenten Besetzung zu. Weit entfernt von einer Füllstimme korrespondierte sie mit der Geige und legte ebenso schlüssig ein Klangfundament im Zusammenspiel mit dem Cello. Besonders der letzte Satz Rondo alla Zingarese ließ aufhorchen. Angelehnt an seine Ungarischen Tänze entwickelt Brahms die packende Musik zu einer kunstvolleren Fassung weiter. Klare Rhythmik, Sechzehntelketten im Zeitraffer verbunden mit dezent angebrachten Verzögerungen machten die Interpretation sehr lebendig.... " (Hannover)

"....Den Abschluss bildete das Flötenquartett schlechthin: Mozarts Werk D-Dur KV 285 als wahrhaftes Feuerwerk kammermusikalischer Spielkunst. Voller Esprit durch dynamische Schattierungen, durch interessante Streicherstimmen und harmonische Einfärbungen erfuhr die Darbietung im Adagio ihren Höhepunkt: Die liebevolle, schmachtende Kantilene der Flöte wird verziert von glitzernden Pizzikato-Akkorden der Streicher. Dieses "Ständchen" wurde nahtlos vom frechen lustigen Rondeau "überrollt", in dem man Mozarts Schlagfertigkeit und Humor zu spüren glaubte. Begeisternder und schöner kann man dieses Flötenwerk wohl kaum erleben.... " (Miltenberg)

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